Die Geschichte des Kegelsports

Das Kegelspiel ist eine der bekanntesten und ältesten Sportarten, deren Geschichte vielerorts falsch beschrieben und ausgelegt wird.

Antike und Germanenzeit

Fest steht, dass der Ursprung des Kegelns bis zur Hochkultur der alten Ägypter zurückreicht. Bei archäologischen Ausgrabungen fand man Teile eines Kinder-Kegelspiels aus dem Jahre 3.500 vor unserer Zeitrechnung und Wandreliefs in Grabstätten. Das heutige Kegeln dürfte seine Urform im Spiel der germanischen Stämme (Steinzielwerfen auf drei, sieben oder neun Kegel-Knochen) haben.

Mittelalter

1157 wird in der Chronik von Rothenburg ob der Tauber Kegeln als weit verbreitetes Volksvergnügen geschildert. Seinerzeit stand indessen nicht der sportliche Aspekt im Vordergrund, sondern Menschen waren von den mit der Betätigung einhergehenden Wetten fasziniert.

Aus Xanten am Niederrhein stammt eine Handschrift von 1265, die belegt, dass dort eine Kegler-Gilde bestand. Die Aufnahmegebühr musste in Naturalien entrichtet werden. Weitere Chroniken und alte Schriften sprechen davon, dass es beim Kegeln offene Regeln gab. Mal wurde auf einen Gegenstand (Kegel?), dann auf mehrere (bis zu elf) geworfen oder gerollt.

Das mancherorts verfluchte Kegelspiel fand den ersten Eingang in gesellschaftliche Kreise, von denen man es nicht gerade erwartet hatte: In der Abgeschiedenheit der kirchlichen Klöster wurden plötzlich aus Klosterbrüdern Kegelbrüder. Dort wurde es zumeist "Heidentöten" genannt.

Außerhalb der Klostermauern war das Kegeln zeitweise verboten, z.B. auch in Egland (1388 König Richard II). Erste Besitzer von eigenen Kegelbahnen waren die Kirchengemeinden in Deutschland. Zur Zeit der Reformation versuchten die protestantischen Obrigkeiten, die herrschenden Kegelsitten zu ordnen. Eine dieser ersten Reformen war 1529 in Basel das Verbot des vormittäglichen Kegelns an Sonn- und Feiertagen. Regional und zu unterschiedlichen Zeiten wurde das Kegelspiel in Deutschland wiederholt von den Behörden verboten. Als das Kegeln wieder erlaubt war, wurde ausschließlich in die Vollen gespielt, doch da das Aufstellen der Kegel den Kegeljungen zu anstrengend war, wurde erst wieder aufgestellt, als alle 9 Kegel "umlagen". Das war der Beginn des Abräumspiels.

Friedrich Eduard Meyerheim: Die Kegelgesellschaft, 1834

Friedrich Eduard Meyerheim: Die Kegelgesellschaft, 1834

18./19. Jahrhundert20. Jahrhundert

Mit rasanter Geschwindigkeit verbreitete sich das Sportkegeln an der Zeitenwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Nach der Gründung des DKB in Deutschland kam es auch in vielen anderen europäischen Staaten und in Nordamerika zur Gründung nationaler Kegelverbände. Der Erste Weltkrieg führte dazu, dass der interne Aufbau des DKB erst in den 1920er Jahren abgeschlossen werden konnte. 1923 fanden die ersten Deutschen Meisterschaften auf der Asphalt- und Bohlebahn statt.

1924 entstand in Chemnitz der "Deutsche Arbeiter-Keglerbund", welcher im Laufe seiner Geschichte bis zu zehntausend Mitglieder hatte. 1933 wurde dieser Verband im Zuge der "Gleichschaltungspolitik" der nationalsozialistischen Machthaber aufgelöst.

1926 wurden erstmals die Deutschen Meisterschaften auf der I-Bahn (Bowling) ausgetragen. Im selben Jahr kam es zur Gründung der International Bowling Association (IBA), die sich während des Zweiten Weltkrieges auflöste. Schon 1947Stockholm, um über die Zukunft der IBA zu reden.1952 schlossen sich von neun westliche nationalen Verbände zur "Fédération Internationale des Quilleurs" (FIQ) zusammen, die seither alle vier Bahnarten einschließlich Bowling vertritt. Bereits 1953 traten mehrere nationale Verbände der Staaten des Warschauer Paktes, darunter auch die Deutsche Demokratische Republik, der FIQ bei. traf man sich in der schwedischen Hauptstadt

1973 fasste der FIQ-Kongress, auf dem mittlerweile mehr als sechzig Nationen vertreten waren, die kegelsportlichen Aktivitäten organisatorisch zu untergliedern. Dies war die Geburtsstunde der World Ninepin Bowling Association (WNBA), die alle Länder und Verbände vertritt, die das Kegeln auf neun Kegel betreiben (Asphalt/Classic, Bohle und Schere), und der World Tenpin Bowling Association (WTBA), die alle Bowling spielenden Länder und Verbände vertritt.

1979 erklärte die 81. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees in Montevideo den internationalen Kegel- und Bowlingverband für olympiawürdig. Anfang der 1980er Jahre hatte die FIQ über 93 Mitgliedsverbände mit weltweit über elf Millionen Mitgliedern im Bereich des Kegel- und Bowlingsport.